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Die Lübecker Altstadt
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Ein Ausflug der Stadtführer 15.10.2011

Persönliche Eindrücke. Ein Telegramm.

Schlag acht, pünktlicher kann man nicht sein, fuhr der Bus los. Richtung Osten. In den Sonnenauf­gang hinein. Raureif hatte sich über die Landschaft gelegt. Bilder, so schön noch nicht gesehen. Der Wettergott versuchte wohl, sich für einen verpatzten Sommer zu entschuldigen.
Münster NeuklosterBesuch in Neukloster, Klosterkirsche und Anlage des Zisterzienserklosters aus dem 13. Jahrhun­dert.
Der Küster, Herr Richter, gibt uns eine Führung vom Feinsten. Zum Abschluss spielt er die alte Or­gel: Lobet den Herren, und alle singen spontan mit. Diese Kirche hat eine wunderbare Akustik. Der Tag beginnt mit viel guter Laune. Gemeinsames Singen verbindet. Jetzt ist es unser Jahresausflug.
Die Programmpunkte werden auf die Minute erledigt. Schließlich müssen wir auf die Minute zur Abfahrt von Molli, der Schmalspurbahn, pünktlich sein und dürfen uns keine größeren Verzögerun­gen leisten.

Neubukow, Schliemann-Gedenkstätte. Wir erfahren viel Wissenswertes über den Entdecker von Troja, von einem Kurator, der in einem Stil und Tonfall redet, der mich stark an eine Zeit erinnert, als ich mal Uniform trug und in Häusern wohnte, die man Kasernen nennt.

Bad Doberan. Erst mal Mittagessen im Friedrich Franz Palais, hochherrschaftliches, sehr stilvolles Ambiente. Erstaunlich: Die Weinkarte weist Oberbergener Bassgeige aus, der Kaiserstuhl lässt grüßen. Besichtigung des berühmten Münsters und der Klosteranlage. Das Münster ist farblich anders als wir es von Lübeck gewohnt sind. Da sind Farben, die dem Ganzen etwas von Disneyland geben, zum Beispiel die Blätter am Triumphkreuz. Das sei original, erfahren wir aber. Ich muss wohl mei­ne farblichen Vorstellungen der frühen Zeiten korrigieren. Und ich werde wieder kommen.
Marita Halsband hat immer die Uhr im Blick. Ein freundlicher und charmanter Feldwebel, so kam sie mir einige Male vor. Als wir am Bahnhof ankommen, steht die Lokomotive schon unter Dampf. Wie sie das bloß schafft? Immer auf die Minute! Offenbar alte Stadtführererfahrung. Chapeau!

Molli die SchmalspurbahnDie Nostalgiebahn erinnert mich an Kindertage, Holzklasse, die Zugfenster, die Gepäckablage, der Geruch von draußen nach Kohle und Dampf und vor allem der Lärm, den der Zug verursacht.
Das Tempo ist gemächlich und Blumenpflücken während der Fahrt verboten. Vorbei an Heiligen­damm. Da wo mal vor einiger Zeit die Großen der Welt über die Zukunft der Welt berieten und G.W. Bush (Amerikanischer Präsident, damals) von einem gegrillten Wildschwein über offenem Feuer aß. Ist das alles was geblieben ist, von einer aufwändigen Beratung? Scheint so.

In Kühlungsborn, Spaziergang zum Füße vertreten und entspanntes Kaffeetrinken. Nur noch die Abfahrt des Busses war vorgegeben. Fast pünktlich fahren wir Richtung Lübeck. Da hatten sich doch glatt zwei verlaufen. Aber die moderne Telekommunikationstechnik, vulgo Handy, klärte die Situation und erlaubte eine einigermaßen pünktliche Abfahrt.

Zurück auf etwas verschlungenen Wegen zur Autobahn. Fahrt in einen phantastischen Sonnenunter­gang, gefühltes Bad über mehrere Stunden in Gelb und Rot. Das war großes Kino.
Danke an Marita Halsband und auch an Barbara Carstensen, für exzellente Organisation und dem Wettergott für die versuchte Wiedergutmachung: Entschuldigung für diesen Tag angenommen. Ein Ausflug der noch lange im Gedächtnis belieben wird. Schade nur, dass so viele Mitglieder nicht mitgefahren sind.

Dr. Ulrich Bayer